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Geschichte des Vereins


Unter dem "Protektorat" Seiner Königlichen Hoheit Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein gründeten am 19. Mai 1890 Darmstädter Bürger im Gefolge ihres Vorsitzenden Wilhelm Jutzi den Darmstädter Fecht-Club 1890 e.V. Die Clubfarben Rot-Weiß-Gold im Vereinswappen, das 1980 von Albrecht H. Kötting in seiner modernen Form gestaltet wurde, stehen für die Tugenden Liebe, Treue und Ritterlichkeit zum Club. Mit der Gründung im 19. Jahrhundert gehört der Darmstädter Fecht-Club zu den ältesten Fechtvereinen in Deutschland. Am 25. Februar 1912 erfolgte der Beitritt zum Deutschen Fechterbund anlässlich seiner ersten grundlegenden Bundesversammlung in Frankfurt. Im Jahre 1913 meldete der Club bereits 106 Mitglieder an den Verband und stellte damit den zweitgrößten Fechtverein Deutschlands nach dem Fechtclub Offenbach dar.

Martin Steffan leitete den Club 42 Jahre lang von 1910 bis 1952. Gleichzeitig war er von 1914 bis 1940 Schatzmeister des Deutschen Fechterbundes. Er verteidigte 1934 die Selbständigkeit des Clubs und sorgte während und nach den beiden Weltkriegen für Zusammenhalt und mit wenigen verbliebenen Mitgliedern für die Wiederbelebung des Sportfechtens.

Heinrich Hahn bekleidete danach das Amt des Vorsitzenden bis 1972. In diesen beiden Dekaden erholte sich die durch die Kriege dezimierte Zahl an Mitgliedern auf etwa 80 und der Club entwickelte sich sportlich in eine hessische Spitzenposition. Während seiner Amtszeit entwickelte sich das Degenfechten neben dem Säbelfechten als starke Disziplin und Darmstädter Fechter konnten in Einzel- und Mannschaftswettbewerben viele nationale und internationale Erfolge in diesen beiden Waffen erzielen. Hessenmeister wurden Karl-Heinz Melcher, Karl-Heinz Schelling, Herbert Weicker, Hans Joachim Junker, Dieter Nicolai, Omar El Shabassy, Achim Zschau und Peter Zschau im Säbelfechten sowie Günter Weichel, Wolfgang Laurig, Volker Helm, Gert-Heinz Haverbusch, Hans G. Kilberth, Manfred G. Rentel, Günter Hanselmann, Rainer Luke, Bernd Ziganki, Michael Wildhirt und Gerd-Uwe Paul im Degenfechten.

1972 erfolgt in der Führung ein Generationswechsel. Manfred G. Rentel, der in den 70er und 80er Jahren mehrere Jahre Vize-Präsident im Hessischen Fechterverband war, übernahm den Vorsitz des Darmstädter Fecht-Clubs, den er 25 Jahre lang bis 1997 innehielt. Die Hauptversammlung wählte Heinrich Hahn zum Ehrenvorsitzenden. Die Mitgliederzahl stieg bis zum Jubiläumsjahr 1990 auf ein Maximum von 145. Dank intensiver Bemühungen des Vorsitzenden während der Planung der Großsporthalle der Georg-Büchner-Schule konnte der Club 1983 in eine moderne für den Fechtsport ausgerüstete neue Sportstätte umziehen. Die sportlichen Rahmenbedingungen verbesserten sich dadurch nachhaltig und ermöglichen nun auch die Ausrichtung internationaler Wettkämpfe. Hierfür gilt auch der Stadt Darmstadt und der Georg-Büchner-Schule unser besonderer Dank.

Unter der Turnierleitung von Hans G. Kilberth richtet der Club seit 1985 jährlich an jedem ersten Wochenende im Juli das beliebte internationale Herrendegen- und seit 1994 auch Damendegen-Marathonturnier zum Gedenken an den langjährigen Vorsitzenden und Mäzen Heinrich Hahn aus, das sich inzwischen zum größten Degenwettkampf in Hessen entwickelt hat. Über das Turnier entstanden enge Freundschaften zu ausländischen Vereinen, unter denen besonders der AZS Politechnika Wroclaw und Lokomotiva Karlovy Vary zu erwähnen sind.

Zur Förderung des Fechtens in der Region und der Wettkampfpraxis im Club findet seit 1986 an ca. 20 Trainingsabenden jährlich der von Rainer Kluge initiierte und auch betreute Südhessische Degen-Pool statt. Über das rege Interesse an dieser Veranstaltung kommen auch die dauerhaften und engen Kooperationen des Clubs mit der Technischen Universität Darmstadt und dem Deutschen Verband für Modernen Fünfkampf zum Ausdruck.

Aus der Jugendarbeit der Trainer Achim Zschau und Herbert Weicker ging der Weltmeister von 1994 im Säbelfechten Felix Becker hervor, der vor seinem Wechsel in das Leistungszentrum Bayer Dormagen mehrere Deutsche Meisterschaften der Jugend und Junioren sowie 1984 den Junioren-Weltcup errang. Jan Veder, der im Degenfechten von Fechtmeister Vladimir Chubarov lektioniert wurde, gewinnt in 1998 die Weltmeisterschaft der Staffel im Modernen Fünfkampf. Ein weiterer herausragender Erfolg gelang der Degenmannschaft des Clubs mit Steffen Lind, Jörg Hebmüller, Rainer Kluge und Manfred G. Rentel beim Sieg des Deutschland-Pokals 1988. Außerdem errangen im Zeitraum von 1972 bis 1997 Fechterinnen und Fechter des Clubs hessische Meistertitel in Einzel und Mannschaftswettbewerben: Felix Becker, Klaus Schumacher, Axel Zschau, Andreas Müller, Ralf Stoiber, Anton Bartetzki im Säbelfechten, Carsten Zilm im Florettfechten sowie Iris Stoiber, Hans G. Kilberth, Manfred G. Rentel, Eberhard Rau, Helmut Klett, Wolfgang Rösler, Rainer Kluge, Steffen Lind, Jan Veder, Vladimir Chubarov, Dieter Seifried und Dr. Harald Lüders im Degenfechten.

Ein herausragendes gesellschaftliches Ereignis war im Jahre 1990 das 100-jährige Jubiläum des Clubs. Der Vorsitzende Manfred G. Rentel, Albrecht Kötting, Kurt Siegler, Iris Stoiber, Hans-Joachim Weintke und Achim Zschau arbeiteten die Vereinsgeschichte auf und legten sie zusammen mit einer Abhandlung über historische Entwicklungen des Fechtsports von Dipl.-Fechtmeister Adelbert Kötting in der Festschrift nieder. Ehrengast Margret Prinzessin von Hessen und bei Rhein lobte im Grußwort: «…dass der Darmstädter Fecht-Club im südhessischen Raum wesentlich dazu beigetragen hat, die Fechtkunst, die ursprünglich ein Ausdruck höfischer und ritterlicher Kultur war, dem bürgerlichen, in Vereinen gepflegten Sport zu erschließen». Im Rahmen des Jubiläums fand gegen Großbritannien erstmalig ein Länderkampf der Senioren unter Beteiligung von Hans G. Kilberth und Albrecht Kötting statt.

Hans G. Kilberth gab 1976 mit dem Gewinn der Deutschen Senioren-Einzelmeisterschaft im Degen den Startschuss für die Erfolgsstory des Senioren-Fechtens im Club. Danach sorgte er sowie Albrecht Kötting, Manfred G. Rentel und Vladimir Chubarov im Degenfechten sowie Anton Bartetzki im Säbelfechten für eine Vielzahl weiterer Deutscher Meistertitel. Glanzpunkte setzen Siege von Franz Rompza bei der Senioren-Weltmeisterschaft 1997 und Hans G. Kilberth bei der Senioren-Europameisterschaft 1999. Drei Deutsche Senioren-Mannschaftsmeisterschaften 1995 und 1996 im Degen mit Hans G. Kilberth, Manfred Rentel, Albrecht Kötting und Dr. Harald Lüders sowie 1995 im Florett mit Franz Rompza, Vladimir Chubarov, Norbert Kühn und Werner Becker runden die Titelsammlung ab.

1997 übernahm Dr. Harald Lüders das Amt des Vorsitzenden, der mit den Vorstandskollegen Paul Pfister (stellv. Vorsitzender) und Günther Bassenauer (Schatzmeister / Schriftführer) die Vorstandsarbeit in einem jungen Team fortsetzt. Die Hauptversammlung wählte Manfred G. Rentel zum Ehrenvorsitzenden. Im Übungsbetrieb forcieren Fechtmeister Alfred Banyai und Trainer Andreas Müller die Jugendarbeit. Durch Fecht-Projekte mit Darmstädter Schulen erfährt der Club eine deutliche Belebung im Jugendbereich.

Das Jahr 2000 setzt mit zwei Weltmeistertiteln in Seniorenbereich (Vladimir Chubarov im Florett und Hans Kilberth im Degen), sowie den hessischen Mannschaftstiteln im Jugend- und Juniorenbereich den erfreulichen Trend fort und zeigt den DFC gerüstet für das neue Jahrtausend.

Neben vielen sportlichen Erfolgen bei der Senioreneuropameisterschaft, im Deutschlandpokal und bei den hessischen Meisterschaften sieht das Jahr 2001 auch den Abschied von Meister Alfred Banyai, der Anfang Dezember dem Fechtsport zugunsten der Autoindustrie den Rücken zukehrt. Nach einer kurzen Durststrecke ist der DFC im Frühjahr 2002 im Trainerbereich stark wie selten zuvor. Mit Meister Ludwig Vigula, erweiterten Aufgaben für Andreas Müller und der zusätzlichen montäglichen Verpflichtung von Vladimir Chubarov ist ein kompetentes Trainergespann im Einsatz.



 
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